Kosten über Kosten
Egal, was man macht, es kostet Geld. Ich beneide zwar jeden Idealisten, der behauptet, die schönsten Dinge im Leben kosten nichts, doch ist das leider recht realitätsfremd. Wer glaubt, die Liebe kostet nichts, kommt darauf, dass dem nicht so ist, wenn er den Wagen voll tankt, um zu seiner Liebsten zu kommen. Bei der Freundschaft verhält es sich ähnlich, man soll nur einmal versuchen, ohne Geld mit seinen Kumpels ein Bier zu trinken.
Und deshalb sind wir gerade in einer schweren Situation: Die Inflation ist hoch, das Geld ist wenig wert und steht nicht mehr in seiner früheren Relation zu, sagen wir, Arbeitszeit. Gleichzeitig sind die Zinsen hoch, was durchaus Sinn macht, da dadurch die Menschen vom Konsum ab- und zum Sparen angehalten werden.
Dass eine strauchelnde Wirtschaft ohne Kaufkraft und Investitionen, seien es staatliche oder einfache Familieneinkäufe, aber schwer wieder in Tritt kommt, ist bekannt.
Egal also, ob man gerade Fonds, Festgeld, Sparbuch oder unter der Matratze spart, ein zu strikter Sparkurs ist im großen Ganzen gesehen nicht sehr sinnvoll. Denn wenn keiner mehr die Produkte meiner Fabrik kauft, weil alle sparen, wird die Fabrik längerfristig mangels Aufträgen meinen Lohn nicht mehr zahlen wollen und können. So simpel, so einleuchtend.
Das Sparen wird in solchen Zeiten gern überschätzt: Sicher ist es besser bei der gegenwärtigen Zinslage mehr auf klassische Sparformen zu setzen, doch sind selbst exorbitant hohe, wie gerade die Festgeldzinsen, bei einer solchen Teuerungsrate nur Garanten dafür, dass das Ersparte auf der Bank zumindest nicht weniger wert wird.
Auch wenn die Situation sicher eine viel komplexere und verworrenere ist, so gilt das Gesagte aber auch für die öffentliche Hand. Weder ein reiner Sparkurs, noch ein Kreiskyscher Investitionsrausch können die derzeitige Wirtschaft schnell wieder auf Linie bringen. Nun gilt es, einen Mittelweg zu finden.
Aber nicht einmal Politikergerede ist gratis.
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