Nachteile eines Tagesgeldkontos

Nun wurden eine Menge Vorteile aufgezählt, wieso man genau ein Tagesgeldkonto eröffnen sollte. Natürlich gibt es wie überall auch eine Kehrseite der Medaille. Vor allem wenn man diese neue Anlageform im Bezug auf ein traditionelles Sparbuch sieht. Aber auch der Vergleich zu einem Girokonto kann hier genauso gezogen werden, da die Funktionsweise eigentlich die gleiche ist, nur ein paar Einschränkungen aufweist.
Beispielsweise ist hier ein Nachteil, dass das Tagesgeldkonto nicht wie ein Girokonto verwendet werden kann. Es ist also nicht möglich, Transaktionen, also Ab- und Umbuchungen, durchzuführen. Man braucht immer ein anderes, zusätzliches Girokonto, denn darauf dürfen die Überweisungen dann durchgeführt werden. Das Tagesgeldkonto erfüllt also nur die Funktion des Sparens und sonst nichts. Ein weiterer Nachteil ergibt sich daraus, dass Tagesgeldkonten oft nur bei Direktbanken im Internet möglich sind. Hat man Probleme oder Fragen, kann man sich nur per E-Mail oder telefonisch melden, ein persönliches Beratungsgespräch ist nicht möglich.
Bei seiner Hausbank hingegen ist diese Dienstleistung Gang und Gebe. Wer die ganz großen Zinsen abstauben will, ist hier ebenfalls fehl am Platz. Sie sind zwar oft höher als bei einem Sparbuch, aber es gibt durchaus ertragsreichere Formen wie Fonds, Aktien oder Anleihen. Außerdem sind die Zinsen nichts fix und können sich jeden Tag ändern. Sie orientieren sich nämlich am Europäischen Leitzins. Sinkt also dieser drastisch, wird auch die Bank hier mitziehen. Das war eben auch der Grund, wieso vor der Finanzkrise mit teilweise vier Prozent Zinsen geworben wurde und jetzt sind es gerade einmal zwei Prozent, wenn man Glück hat. Das tun zwar alle, aber in gebundenen Sparbüchern hat man oft einen fixen Zinssatz. Vorhin wurde schon der Vorteil erwähnt, dass Zinsen öfter ausgeschüttet werden, aber genauso gut kann das in Bezug auf einige Direktbanken als Nachteil gesehen werden. Bei einer jährlichen Gutschreibung gibt es nämlich keinen Zinseszinseffekt und dann ist dieser Vorteil gleich nicht gegeben.
Deshalb sollte man zuerst die AGBs und Konditionen durchlesen bevor man sich für ein Unternehmen entscheidet. Wichtig ist auch, sich über bestimmte Eröffnungsangebote zu informieren. Alle wollen möglichst viele Kunden gewinnen und daher bieten sie ihnen am Anfang Traumkonditionen. Aber diese Angebote bestehen oft nur in den ersten Monaten oder maximal im ersten Jahr und dann lösen sich die vielen Vorteile in Luft auf. Bei Tagesgeldkonten gibt es einerseits keine Mindesteinlagen, aber andererseits Maximaleinlagen. Aber die Grenzen sind sehr hoch und deshalb muss sich ein Normalbürger darüber keine Sorgen machen. Das betrifft nur Kunden, die vor lauter Geld nicht wissen, wohin sie es geben sollen.